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Ein Beispiel

 

Sabine, 12 Jahre alt, lebt mit ihrem jüngeren Bruder und ihrer Mutter in einem kleinen Ort nahe Hildesheim.

Ihre Mutter leidet unter einer manisch-depressiven Störung. In ihren depressiven Phasen hat sie an nichts mehr Freude, ist sehr schnell erschöpft, ihr fehlt der Antrieb für die kleinsten Aufgaben des Alltags, und sie wird zusätzlich von körperlichen Beschwerden geplagt.

Sie macht sich deshalb selbst ständig Vorwürfe, sieht dann alles noch negativer. Ihre Traurigkeit hat etwas von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, und manchmal plagen sie auch lebensmüde Gedanken.

In der manischen Phase leidet ganz besonders die Umgebung unter ihrer Mutter. Sie ist in dieser Phase ihrer Krankheit ganz das Gegenteil. Will scheinbar alles wieder gut machen, sie schläft fast gar nicht mehr und ihr Tatendrang ist unerschöpflich. Sie will das Glück herausfordern, und völlig übersteigert und von sich selbst überzeugt kommt es oftmals zu peinlichen "Auftritten". Sie denkt alles ist möglich, und nur sie weiß, was zu tun und richtig ist. Oftmals beleidigt sie dann andere Menschen, die sich bemühen, sie wieder in die Realität zurückzuholen.

Zwischendrin gibt es aber immer wieder Phasen, wo die Störung keine Auffälligkeiten zeigt.

Neben dem Haushalt und der Zeit für die Kinder arbeitet ihre Mutter als Sprechstundenhilfe in einer Arztpraxis.

Ihr Vater hat ihrer Mutter ständig nur noch mehr Vorwürfe gemacht, er konnte nicht verstehen, dass sie manchmal ganz einfach krank war. Er hat die Familie vor 5 Jahren verlassen. Die Großeltern von Sabine leben in Eckernförde, die besucht sie in den Ferien, das tut ihr gut.

Sabine hat es leider auch schwer in der Schule. Ihre Mutter wird da als „Psycho“ beschimpft „die Irre, die eingesperrt gehört“. Keiner will etwas mit Sabine zu tun haben. Sie hat deshalb auch keine Freundin. Hinzu kommt, dass Sabine oftmals in Gedanken bei ihrer Mutter ist, dann kann sie sich nicht konzentrieren, ihre Schulleistungen verschlechtern sich.

Sabine hat oft Angst um ihre kranke Mutter, ist aber in den manischen Phasen auch berechtigt wütend, und entwickelt dann deshalb Schuldgefühle. Gleichzeitig muss Sabine oft die ganze Verantwortung für die kleine Familie übernehmen, die Überforderungen bringen zusätzlichen Stress.

Sabine sucht Entlastung im Alltag einer ganz normalen Familie, ein Stück unbeschwerter Kindheit. Sie sucht Orientierung, sucht Unterstützung, will abschalten. Gern würde Sabine ihre Mutter besser verstehen, will mehr über deren Krankheit wissen, macht sich Sorgen selbst einmal so krank zu werden. Was kann ihre Mutter für ihre Gesundheit tun, wie kann Sabine ihr helfen, warum sind so viele Menschen noch zusätzlich gemein zu ihr?

 

                      
     

Wie werde ich Pate/Patin?

 

Interessierte Paten wenden sich an den Pflegekinderdienst oder den Sozialpsychiatrischen Dienst und erhalten ausführliche Informationen und Beratung.

Sorgfältig erfolgt die Auswahl von Paten, die auch beinhaltet das es zu einem Hausbesuch eines/r Mitarbeiter/in des Pflegekinderdienstes kommt, um die häusliche Situation und die Eignung als Pate/Patenfamilie beurteilen zu können. Vor der Vermittlung als Pate wird erwartet, das sie an einem Qualifizierungskurs teilnehmen.

Nach Feststellung der Eignung wird mit dem potentiellen Patenkind und den Eltern ein Kennenlerntermin vereinbart mit dem Begleitteam bestehend aus einem Vertreter des Sozialpsychiatrischen Dienstes und des Pflegekinderdienstes. Bei beidseitigen Interesse beginnt dann die Kontaktphase.

 

     
     

Wie werde ich unterstützt?

 

Selbstverständlich werden Sie auf Ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet, und es stehen Ihnen begleitend professionelle Ansprechpartner zur Verfügung.

Regelmäßige Treffen mit anderen Paten werden zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und bei Fortbildungsveranstaltungen ebenfalls angeboten. Ihr Engagement wird mit einer Aufwandsentschädigung je nach Patenschaftsphase unterstützt.

 

 

 

 

 

 

 

Aufgaben und Besonderheiten

 

Bei zwei Kontakten in der Woche mit dem Kind und einer monatlichen Übernachtung, bieten Sie dem Kind die Kontinuität für den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung. Zusätzlich ermöglichen Sie eine Entlastung für den kranken Elternteil bzw. die betroffene Familie. Inhalte dieser Kontakte sollen nach Bedarf des Kindes stützende und entlastende Gespräche, gemeinsame Freizeitaktivitäten und/oder alltagspraktische und schulische Förderung sein. Die Möglichkeit der Übernachtung soll darauf vorbereiten, in Krisensituationen das Kind kurzfristig vertrauensvoll aufzunehmen. Zur Entlastung der betroffenen Familie und des Kindes, können auch Phasen der täglichen Betreuung notwendig werden.

 

 Weitere Informationen erhalten Sie von

Katharina Bludau

Telefon: 05121 309 6551

Fax: 05121 309 95 6551

Email: Katharina.Bludau@landkreishildesheim.de

 

 

 

 

     

 

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