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Talentiert und engagiert: Sebastian Jahns

Die Johanniter sind wie eine zweite Familie, die einem ans Herz gewachsen ist.

Dieser Umstand brachte Sebastian Jahns dazu über Jahre hinweg weiter bei den Johannitern im Sanitätsdienst tätig zu sein, obwohl er manches Mal dafür belächelt wurde. Immer wieder gab es Phasen, in denen er mit sich gerungen hat, in denen er das Ehrenamt beinahe geschmissen hätte.

Bild vergrößern: Sebastian Jahns ist seit über 20 Jahren ehrenamtlich bei den Johannitern tätig.
Sebastian Jahns ist seit über 20 Jahren ehrenamtlich bei den Johannitern tätig.

Sebastian Jahns ist seit über 20 Jahren ehrenamtlich bei den Johannitern tätig.




Doch Sebastian Jahns hörte nicht auf. Er blieb dabei und stieg sogar auf - heute ist er Rettungssanitäter und Leiter des Ehrenamts und Katastrophenschutzes. Seit über 20 Jahren ist er eine Konstante bei den Johannitern und das gegenseitige Vertrauen im Team betrachtet er als Zentrum des Engagements.

Und so kommt es, dass die Kameradschaft nicht an der Tür der Einsatzstelle endet, sondern sich auch in das private Umfeld überträgt. Ob nun jemand Hilfe beim Umzug oder beim Abtransport eines Baumes braucht, irgendwer ist immer zur Stelle und packt mit an.

Natürlich ist es nicht immer so harmonisch, denn es gibt auch mal Konflikte. Schwierig sei vor allem, aus dem bunten Gemisch an Freiwilligen überhaupt ein Team zu bilden, erzählt Sebastian Jahns. Sozialpädagog*innen, Handwerker*innen und Mediziner*innen treffen, mit allem was sie mitbringen, aufeinander und machen dieselbe Arbeit. Sie alle müssen sich an dieselben Regeln halten und sie alle müssen in Extremsituationen diszipliniert arbeiten können. Denn jede Situation ist neu. „Man wird bei jedem Alarm ins kalte Wasser geworfen“ und muss als Team zusammenhalten.



Bild vergrößern: Der Rettungsdienst bei einer Einsatzübung mit der Freiwilligen Feuerwehr.
Der Rettungsdienst bei einer Einsatzübung mit der Freiwilligen Feuerwehr.

Der Rettungsdienst bei einer Einsatzübung mit der Freiwilligen Feuerwehr.


„Ich nehme für meinen Alltag ganz ganz viele Erfahrungen mit, die ich anderweitig gebrauchen kann“, berichtet der Vater von 2 Töchtern und leidenschaftliche Schnitzel-Esser. Seine persönliche Entwicklung durch sein Engagement trägt er in den Arbeitsalltag. Vor allem die Tätigkeit im Katastrophenschutz habe ihn Handlungsweisen und Umgangsformen gelehrt, mit denen andere Menschen niemals in Berührung kommen.

Als besonders einprägsam beschreibt er seine Mithilfe bei Hochwasserlagen in Dresden und Alfeld. „Es ist schön, wirklich helfen zu können und die Dankbarkeit der Menschen zurück zu bekommen.“ Eine Tasse Kaffee kann manchmal schon Welten bedeuten. „Nicht immer ist den Bürger*innen bewusst, dass ein Großteil von uns ehrenamtlich dabei ist.“ Niemand steht jederzeit zur Verfügung und wenn die Johanniter auf Veranstaltungen sind, dann machen sie das in ihrer Freizeit.

Angefangen hat alles als Sebastian Jahns mit 14 Jahren begann freiwillig über eine AG der Malteser im Schulsanitätsdienst mitzuhelfen. Dort machten er und eine Gruppe seiner Schulfreunde eine Erste-Hilfe-Ausbildung und versorgten kleinere Wunden der Mitschüler*innen. Ein Jahr später nahm ein Freund die Clique zu den Johannitern mit. Es sei dort „besser“ und mit 15 Jahren meinte er vor allem größer. „Es gab da mehr Einsatzfahrzeuge“, Sebastian Jahns grinst als er das sagt.

Hängen geblieben ist er, weil er Interesse und Spaß an der Arbeit hatte. Und so überrascht es nicht, dass er nach der Schule seinen Zivildienst beim Rettungsdienst leistete und daraufhin freiwillig weiter aushalf. Ehrenamtlich machte er dort seine Ausbildung zum Sanitäter und später zum Rettungssanitäter, besuchte Führungslehrgänge und hat seit 2005 die Leitung des Ehrenamts und des Katastrophenschutzes inne. Reizen tut Sebastian Jahns vor allem, dass die Tätigkeit so „komplett anderes“ ist als seine Arbeit beim Landkreis Hildesheim in der EDV.

Mit seiner Frau teilt er die Begeisterung für das ehrenamtliche Engagement. Sebastian Jahns macht deutlich, wie elementar dieser Rückhalt in der Familie für ihn war und ist. Ohne das Verständnis und die Unterstützung seiner Frau, hätte er nicht die Möglichkeit gehabt, sich in seiner Freizeit bei den Johannitern zu engagieren. Besonders die Geburt seiner Töchter habe ihn zweifeln lassen: Auch sein Tag hat nur 24 Stunden und irgendwann muss ja auch noch Zeit für die geliebten Dänemark-Urlaube sein.

Auf die Frage, ob er sich wieder engagieren würde, zuckt er die Schultern. Dass er immer noch dabei wäre, sei ein deutliches Zeichen, aber auch einen Wunsch habe er für die Zukunft. Ehrenamtliches Engagement sei in der Gesellschaft noch immer sehr unbekannt, er wünscht sich mehr Öffentlichkeitsarbeit und eine gute Form der Wertschätzung, wie die Ehrenamtskarte.

Leoni Kießling

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