Sprungziele
Seiteninhalt

Netzwerk Nachbarschaftshilfe Alfeld

Bild vergrößern: Netzwerk Nachbarschaftshilfe Alfeld
Netzwerk Nachbarschaftshilfe Alfeld

Wir sind ein Team ohne hierarchische Strukturen, sagen Monika Knippenberg und Martin Ulrich, 2 von 5, die im Büroteam der Nachbarschaftshilfe und im Organisationsteam arbeiten und mit denen ich das Interview führe.


Bild vergrößern: Monika Knippenberg und Martin Ulrich
Monika Knippenberg und Martin Ulrich



Die Nachbarschaftshilfe bietet allen Alfelder*innen freiwillige, kostenfreie Unterstützung vom Einkauf bis zum Renovieren, unterstützt beim Ausfüllen von Formularen, bietet Kinderbetreuung, Begleitung zum Arzt und persönliche Unterstützung. Es sind Menschen, die unkompliziert kurzfristig und flexibel einspringen wollen, wenn Hilfe gebraucht wird.

Das was sie nicht leisten können, ist über einen längeren Zeitraum eine ständige Begleitung. Das manchmal Freundschaften entstehen und dann aufgrund des persönlichen Kontakts durchaus eine Aufgabe über Jahre übernommen wird, das steht auf einem anderen Blatt.



Bild vergrößern: Ein Teil des Organisationsteams, von links nach rechts, Ingeborg Stender, Heike Rohde, Ulrike Birkner, Rita Sylle, Ute Dormeier
Ein Teil des Organisationsteams, von links nach rechts, Ingeborg Stender, Heike Rohde, Ulrike Birkner, Rita Sylle, Ute Dormeier





Es gibt ein  Organisationsteam, hier wird einmal im Monat überlegt, welche Öffentlichkeitsarbeit gemacht wird, um sich bekannter zu machen, wie die Zielgruppe, nämlich alle , angesprochen werden sollen, was das Büroteam braucht und wie z.B. die Helferaustauschtreffen gestaltet werden. In dieser Gruppe entstanden auch die Leitlinien, wie die Nachbarschaftshilfe arbeiten möchte, z.B. kostenfrei.

Die Gruppe kümmert sich um die Strukturen und Fortbildungen. Hier werden Kooperationen geschlossen, wie z.B. mit Alma, in dessen Räumlichkeiten sich das Büro befindet. Grundsätzlich kooperiert die Nachbarschaftshilfe mit Allen, die einen Bedarf haben oder sich einbringen möchten. Die Gruppe hat sich auch gegen eine Vereinsgründung entschieden, sie möchten frei bleiben.  „Spenden können wir auch durch unsere Kooperationspartner entgegennehmen“, so der Tenor.

Das Büroteam ist zum einen für die Anfragen der Hilfesuchenden da und auch für die Aufnahmegespräche der Helfer*innen. Sie führen beide zusammen. 2019 haben sie 30 Personen geholfen, bei manchen war es ein Einsatz, bei anderen waren es sieben. Und Sie vermitteln auch weiter, wenn andere Organisationen gefragt sind.

Die Vielseitigkeit ist es, warum beide sich dafür entschieden haben.

Alle zwei Monate gibt es Treffen mit allen drei Gruppen, Corona bedingt fielen die meisten in diesem Jahr aus, aber nun haben sie doch noch eine Einladung aussprechen können. Hier tauschten sich neun von vierundzwanzig Helfer*innen mit Büro- und Organisationsteam aus.

Bild vergrößern: Treffen unter Pandemiebedingungen
Treffen unter Pandemiebedingungen


Wie überall so gab es auch in Alfeld in dieser Zeit mehr Menschen, die ihre Hilfe angeboten haben, als die, die Hilfe angefragt haben. Alle glauben im Grunde, das es viel mehr Menschen gibt, die es erfreuen würde, wenn sie in der einen oder anderen Angelegenheit sich überwinden könnten, anzurufen und zu fragen, ob es jemanden gibt, der vielleicht mal den Großeinkauf erledigt, einen Arztbesuch begleitet oder einen Schrank verschoben haben möchte. Viele möchten niemanden zu Last fallen, nur wenn man die Aussagen, der Helfer*innen liest, dann wird schnell deutlich, dass es auch Freude macht zu helfen und niemand sich scheuen braucht nachzufragen.

Dies sind nur einige Menschen einer noch größeren Gruppe.



Bild vergrößern: Portraitfoto Claudia Meißner
Portraitfoto Claudia Meißner

Claudia Meißner, eine gebürtige Alfelderin, die lange auswärts gewohnt hat, suchte nach ihrer Rückkehr erstmal wieder Anschluss und ist beim Gang durch die Stadt durch den Aushang im Fenster auf die Nachbarschaftshilfe aufmerksam geworden. Seit zweieinhalb Jahren ist sie dabei. Sie besucht einen mittlerweile 98-jährigen Herren. Am Anfang hat sie mit ihm Romme gespielt. Mittlerweile ist er fast blind und körperlich gehandicapt und hat eine polnische Pflegekraft. Jetzt liest sie ihm jede Woche aus der Alfelder Zeitung vor. „ Der Mann ist so fröhlich und hat einen Lebenswillen, das ich das Gefühl habe, das ich das was ich tue, doppelt zurückbekomme.




Bild vergrößern: Portraitfoto Sonja Buckendahl
Portraitfoto Sonja Buckendahl

Sonja Buckendahl hat sich schon bei der ersten Fragebogenaktion vor der Gründung der Nachbarschaftshilfe bereit erklärt, als Helferin tätig zu werden und auch an der Zukunftswerkstatt teilgenommen, die zur Gründung führte. Sie unterstützt bei technischen Einrichtungen, ob es der Drucker, Computer oder das Handy ist. Auch beim Beihilfeantrag oder für eine Fahrt zum Friedhof ist sie im Einsatz.





Bild vergrößern: Portraitfoto Edgar Greune
Portraitfoto Edgar Greune

Edgar Greune hat nach einem Vortrag der Nachbarschaftshilfe in der Gewerkschaftsgruppe Lust bekommen, seine Handwerklichen Fähigkeiten bei Bedarf einzubringen, z.B. wenn mal ein neuer Schrank aufgebaut werden muss. Auch einen Großeinkauf kann er tragen. Natürlich hat man auch seine eigenen Eltern und Schwiegereltern um die man sich kümmert. Aber hier und da ein Einsatz bei einem der Hilfe gebrauchen kann, das ist mit gutem Willen durchaus zu leisten und macht auch Freude.




Bild vergrößern: Portraitfoto Margareta Just
Portraitfoto Margareta Just

Margareta Just ist vorz wei Jahren aus Russland nach Alfeld gekommen und hat den Aushang im Laden gesehen, das Helfer*innen gesucht werden. Da Sie Rentnerin ist und sich auch in Alfeld einleben wollte, hat sie sich gemeldet. Sie ist an eine 82-jährige alleinstehende Dame vermittelt worden, die Unterstützung benötigte. Sie hat ihr am Anfang bei allen möglichen Kleinigkeiten geholfen und dann eine Reinigungskraft und einen Gärtner organisiert. Mittlerweile sind die beiden befreundet.



Bild vergrößern: Portraitfoto Jürgen Menz
Portraitfoto Jürgen Menz

Jürgen Menz hat durch einen Informationsstand in der Fußgängerzone den Weg in die Nachbarschaftshilfe gefunden. Er unterstützt bei handwerklichen Aufgaben, wie Spiegeleinbau, Lampen aufhängen, Gartenzaun ausbessern.





Bild vergrößern: Portraitfoto Heike Rohde
Portraitfoto Heike Rohde

Heike Rohde, vielseitig engagiert, ist  in den Bürozeiten vorbeigekommen. Insbesondere Kinder und Familien möchte sie unterstützen, aber auch eine Dame im Rollstuhl beim Einkaufen begleiten, würde ihr Freude machen.





Bild vergrößern: Portraitfoto Ingeborg Stender
Portraitfoto Ingeborg Stender

Ingeborg Stender, die in der Seelsorge und der Hospizarbeit engagiert ist, hat sich, als sie in Rente ging, entschieden, auch in der Nachbarschaftshilfe tätig zu werden. Sie ist im Organisationsteam, im Büroteam und als Helferin begleitet sie zum Arzt und geht einkaufen.




Bild vergrößern: Portraitfoto Ingrid Quilitz
Portraitfoto Ingrid Quilitz

Ingrid Quilitz, gelernte Altenpflegerin, sie kannte diese Form der Nachbarschatfshilfe aus der ehemaligen DDR und als sie in Alfeld davon gelesen hat, hat sie sich gemeldet. Zum einen etwas zu haben, wenn man in Rente geht, aber auch sich jetzt schon engagieren. Sie ist mit einer älteren Dame, die im Altenheim lebt, spazieren gegangen. Der Einsatz ist dann eingestellt worden, weil die Angehörigen Angst hatten, dass sie irgendwann Geld von der Dame bekommen könnte. „Wir helfen und nehmen kein Geld für unseren Einsatz. Wenn jemand etwas geben möchte, dann kann er es der Nachbarschaftshilfe spenden“, das ist eine ganz klare Regel, sagt sie. Tja und dann kam Corona und die Anfragen gingen zurück.



Bild vergrößern: Portraitfoto Ute Dormeier
Portraitfoto Ute Dormeier

Ute Dormeier war von Anfang an dabei. Sie hat im Organisationsteam die Nachbarschaftshilfe mit aufgebaut, ist im Büroteam und unterstützt als Helferin vor allen bei Formularen.


Wer auf Menschen zugehen mag, Empathievermögen mitbringt und zuhören kann und sich einbringen möchte ist herzlich willkommen. Da die Einsätze nach Bedarf geplant werden, können auch durchaus Berufstätige Menschen hier ein Aufgabenfeld finden.

Ein paar jüngere Menschen, die auch noch in der Lage sind, mal etwas Schweres tragen zu können, fehlen der Nachbarschaftshilfe noch.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, ist ein Leitspruch und das gilt sowohl für beide Seiten. Unterstützung nachzufragen und zu geben, gibt beiden einen Gewinn.

Jeden Mittwoch ist das Büroteam von 9.30 – 11.30 Uhr persönlich in der Paulistr. 7 erreichbar. Der Anrufbeantworter wird täglich abgehört und Rückrufe getätigt.

Tel.: 05181 2876604




Barbara Benthin






Seite zurück Nach oben