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Talentiert & engagiert: Therese Nowitzki

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Therese Nowitzki

„Es wünscht sich sicher keine*r, einmal im Heim zu landen, aber wenn es nicht mehr anders geht, dann wollen wir es den Bewohner*innen doch so angenehm und liebevoll wie möglich machen.“

Das ist das Motto für Therese Nowitzki und ihre Mitstreiterinnen, die im Hildesheimer Seniorenheim „Teresienhof“ der Caritas schon seit etlichen Jahren als Ehrenamtliche ein- und ausgehen und dort den Sozialdienst in der Seniorenbetreuung unterstützen.
„Resi“ Nowitzki, wie sie liebevoll von vielen Bewohner*innen genannt wird, fand den Weg in diese Aufgabe über ihre inzwischen verstorbene Mutter, die 2006 in den Teresienhof einzog. Schon bald ließ sich die Tochter in den Heimbeirat wählen. Dieses Amt übte sie 6 Jahre aus. Daneben engagierte sie sich aber auch gleich in der Freizeitgestaltung für die Bewohner*innen. Sie organisiert Klönrunden, hilft bei Karnevals-, Sommer- und Oktoberfesten, sie unterstützt Angelika Grondkowski, eine weitere Ehrenamtliche, beim Weihnachts-BINGO oder steht den Heimbewohner*innenn beim Kekse backen in der Adventszeit hilfreich zur Seite.

Daneben unterstützt sie die Seelsorgerin des Hauses bei der Vorbereitung und Durchführung von Andachten zu verschiedenen Anlässen des Kirchenjahres. Wenn sie Zeit hat, ist sie auch bei Aussegnungsfeiern für verstorbene Heimbewohner*innen in der Hauskapelle dabei. Diese werden von der Seelsorgerin oder dem Sozialdienst des Hauses organisiert.
Der Aspekt der Seelsorge ist Frau Nowitzki in ihrer Tätigkeit besonders wichtig. Einige Hausbewohner*innen besucht sie regelmäßig, liest ihnen vor oder hört einfach zu, was die betagten Menschen zu erzählen haben. Sie hat schon viele bewegende Lebensgeschichten von den Heimbewohner*innen gehört, zum Teil auch auf deren Wunsch hin aufgeschrieben und den Angehörigen nach dem Tod ausgehändigt.
Es kostet die Erzählenden bisweilen viel Kraft, berichtet sie. Tränen fließen bei bestimmten Erinnerungen, aber der Wunsch, endlich einmal alles auszusprechen und sich zu erleichtern, ist manchmal so stark, dass Frau Nowitzki regelrecht bremsen muss, wenn sie merkt, dass eine Pause geboten ist.
Sie spürt, wie wichtig es für die Menschen in ihrer letzten Lebensphase ist, einfach mit Zeit da zu sein und zuzuhören, auch ohne eine Lösung anbieten zu müssen. Und wenn das Sprechen nicht mehr geht, hilft allein schon die Gegenwart eines vertrauten Menschen, ein Händedruck und eine freundliche Geste wirken beruhigend. Für die Bewohner*innen ist es gut und wertvoll, dass es so einfühlsame Ehrenamtliche wie Resi Nowitzki gibt. Umgekehrt gilt aber auch, dass sie selbst sich bereichert und beschenkt fühlt von den Begegnungen und dem Vertrauen, das ihr entgegen gebracht wird. Sie hat einfach Freude an ihrem Ehrenamt, das betont sie mehrfach.

Und Corona: Wie stark ist das Leben der Bewohner*innen durch die Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen wegen der Pandemiebekämpfung beschränkt?

„Die Gemeinschaftsaktivitäten im Heim leiden natürlich und sind, wenn überhaupt, nur in kleineren Runden und mit großem Abstand durchführbar“, berichtet Frau Nowitzki. Der Zugang zur Einrichtung ist sowohl für die Angehörigen wie auch für die Ehrenamtlichen sehr begrenzt. Hinzu kommt, dass viele der Engagierten vom Alter her selbst schon der Risikogruppe angehören und natürlich auch für sich selbst Sorge tragen müssen. So hat Frau Nowitzki die Weihnachtsandacht dieses Mal schweren Herzens absagen müssen. Nun hofft sie, dass vielleicht im März endlich wieder eine Klönrunde in kleinem Format angeboten werden kann. Das ist nicht ganz unwahrscheinlich, denn das Impfteam des Gesundheitsamtes war inzwischen schon einmal vor Ort. Drei Wochen später folgt die Wiederholungsimpfung. Danach sollte der Alltag hoffentlich etwas entspannter ablaufen und die Freizeitangebote für die Bewohner*innen wieder aufgenommen werden können.

Susanne Bräuer

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