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Das KOMM-Team unterstützt bei der Organisation der Impftermine

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Was eigentlich als reine organisatorische Unterstützung gedacht war, hat in der Praxis eine große Spanne unterschiedlichster Herausforderungen mit sich gebracht. Die engagierten Menschen im Mehrgenerationenhaus meistern jedoch die Situation.

Das Thema Impfen gegen die weitere Ausbreitung der Pandemie fordert auch die Mitarbeiterinnen des KOMM Nachbarschaftszentrums in Nordstemmen. Das Mehrgenerationenhaus hat in Absprache mit der Gemeinde eine Impfhotline eingerichtet: 05069 480669. Die Über 80-Jährigen wurden in einem Anschreiben darauf hingewiesen. Ebenfalls wurde darüber direkt nach Freischaltung in den Tageszeitungen berichtet.

Eigentlich sollte die eigens dafür eingerichtete Nummer vor allem dazu dienen, einen Fahrdienst für die Senior*innen aus allen Ortsteilen der Gemeinde Nordstemmen zu einem der beiden Impfzentren im Landkreis zu organisieren. Doch dann war die Hotline der Landesregierung heillos überlastet. Und das bekamen auch die Mitarbeiterinnen im KOMM zu spüren. In den ersten Tagen riefen nahezu pausenlos verunsicherte ältere Menschen oder ihre Angehörigen im KOMM an, die bei der Nummer des Landes nicht durchkamen - und zwar nicht nur aus dem Gemeindegebiet, sondern auch aus anderen Landkreisen - immer in der Hoffnung, nun schnell geimpft zu werden. Teilweise wurden Impftermine gefordert oder Fahrten zu gebuchten Impfterminen im ganzen Land gewünscht. Zeitweise klingelten alle drei Telefone im Mehrgenerationenhaus gleichzeitig und dazu noch die Türglocke.


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In den ersten Tagen gab es sehr emotionale Gespräche. Die Leute waren verzweifelt, wütend, einige wurden laut und beleidigend. Einige kamen auch persönlich ins Mehrgenerationenhaus, wenn die Telefonleitung längere Zeit besetzt war. Die meisten waren allerdings einsichtig und auch dankbar für die Erklärungen, wie die Anmeldungen geplant sind. Den Mitarbeiterinnen blieb jedenfalls nichts anderes übrig, als die Anrufenden zu beruhigen. Das war zeitintensiv und lief neben dem Alltag im Mehrgenerationenhaus. Wirklich helfen konnten sie in den ersten Tagen nicht, da sie selbst auch nichts anderes tun konnten, als die völlig überlastete Landes-Hotline anzurufen. Später entspannte sich die Lage dann etwas. Nicht nur, weil bei der Impfhotline des Landes Niedersachsen der Andrang nicht mehr so groß war - sondern auch, weil es seit Anfang Februar möglich ist, dass man sich auch über das Online-Portal auf die Warteliste setzen kann. Eine Aufgabe, die das KOMM-Team für viele ältere Impfwillige übernahm, die keinen Internet-Zugang haben oder unsicher waren.

Inzwischen haben viele Senior*innen bereits Termine im Impfzentrum. Das KOMM organisiert bei Bedarf die Fahrten dorthin. Mehrmals in der Woche geht es von Nordstemmen oder einem der Ortsteile aus ins Hildesheimer Impfzentrum. Weil die Termine nicht nach Postleitzahlen gruppiert sind, fallen meist Einzelfahrten an. Ausnahmen sind dabei Ehepaare. Das KOMM kann dabei auf zwei Fahrzeuge von Kirchengemeinden, sowie auf den Bus des Gemeindejugendrings zurückgreifen und kooperiert mit dem DRK. Bei Bedarf wird eine Begleitung angeboten, etwa wenn jemand gehbehindert ist. Ebenfalls gibt es Absprachen mit den beiden örtlichen Taxiunternehmen. Die KOMM-Mitarbeiterinnen unterstützen mittlerweile hauptsächlich die Impfwilligen dabei, den Anamnesebogen und die Einverständniserklärung auszufüllen, die zusammen mit Ausweis und Impfpass zum Impftermin mitgebracht werden müssen. Das passiert nicht nur telefonisch, sondern auch persönlich im Mehrgenerationenhaus - natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln mit einer Scheibe dazwischen. Dieses Angebot beanspruchen zum Beispiel Menschen mit einer Sehbehinderung oder die unsicher im Ausfüllen von Formularen sind und nichts falsch ankreuzen möchten, um auch die anstehende Impfung nicht zu gefährden. Das Eintragen und Abfragen der Angaben ist manchmal zeitintensiv, ab und zu ist dabei auch eine Rücksprache mit Hausärzt*innen notwendig, wenn es etwa um Vorerkrankungen geht.

Und immer noch gilt es auch, Probleme mit der zentralen Impfterminvergabe des Landes zu klären. Es rufen immer wieder Menschen an, die seit mehr als sechs Wochen auf einen Termin warten. Andere, die sich später angemeldet haben, sind teilweise innerhalb weniger Tage geimpft geworden. Das ist schon ein großes Ärgernis und führt zu Diskussionen. Mittlerweile kann das KOMM-Team nachsehen, ob auf der Liste des Landes ein Impfling bereits oder noch registriert ist. Seit zehn Tagen können auch für die nächste Gruppe der über 70-Jährigen Termine vereinbart werden. Doch auch dabei gab es wieder große Unsicherheiten, als die geplanten Fahrten zu den kurzfristig erteilten Terminen wegen des zwischenzeitlichen Stopps der Astra-Zeneca-Verimpfungen nach ein paar Tagen abgesagt wurden. Das Team im Mehrgenerationenhaus wird jedenfalls noch einige Zeit mit der Impfthematik zu tun haben.


Paloma Klages

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