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Talentiert und Engagiert: Anna Köhler

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T&E Anna Köhler


Wenn sie so richtig darüber ins Grübeln kommt, stellt Anna Köhler fest, dass sie sich eigentlich schon immer ehrenamtlich engagiert hat, häufig in der Nachbarschaft oder im persönlichen Umfeld. Erst in den letzten Jahren hat sie sich über die Freiwilligenagentur und Nachbarschaftshilfe Spontan in Sarstedt sozusagen „amtlich“ vermitteln lassen.

Vor mehr als 10 Jahren ist Anna Köhler nach Sarstedt gezogen. Sie hat ihre neue Heimat nicht zuletzt auch durch ihre verschiedenen ehrenamtlichen Einsätze in der Stadtbücherei, im Altenheim, in der Schule und über Spontan aus ganz verschiedenen Perspektiven heraus kennengelernt. Und natürlich auch durch das Singen in der Kantorei von St. Nicolai. Sie erinnert sich an eine Begegnung in der Fußgängerzone in ihrer ersten Sarstedter Zeit, als sie immer montags in der Stadtbücherei geholfen hat. „Da hat mich ein Junge in der Fußgängerzone erkannt und angesprochen, das hatte eine ganz besondere Bedeutung für mich. Ich dachte: jetzt bin ich hier angekommen, wenn mich schon Kinder auf der Straße erkennen.“

Anna Köhler kennt die Situation einer Alleinerziehenden aus eigener Erfahrung und so „ging ihr Herz auf“, als Spontan vor inzwischen fast 3 Jahren eine „Wunsch-Oma“ für das Kind einer alleinerziehenden Mutter im Alter von 15 Monaten gesucht hat. Angefangen hat die „Beziehung“ zu Mutter und Kind ganz vorsichtig, denn die Atmosphäre und Sympathie zwischen allen Beteiligten muss passen. Vertrauen ist nicht einfach, es muss langsam wachsen und mit der Zeit ist Anna Köhler eine immer wichtigere Bezugsperson für Marie* geworden. Dabei hat eher Marie* die Initiative ergriffen und ihrer Mutter immer klar zu verstehen gegeben, wann sie Anna besuchen will oder auch mal länger alleine noch bleiben will. Und auch zwischen Mutter und Wunsch-Oma ist eine Freundschaft entstanden, in die Anna Köhler auch ihre (Lebens-)Erfahrung einbringen kann und die auch dankbar angenommen wird.

In Zeiten der Kontaktbeschränkung durch Corona hat Anna Köhler ihr Engagement als Wunsch-Oma eher intensiviert als eingeschränkt, so dass sie auch mehrmals in der Woche mit dem Kind draußen auf dem Spielplatz oder im Boksberg-Wäldchen unterwegs war, während die Mutter im Homeoffice und die Betreuung in der Kita nicht möglich war. Während einer Quarantäne für Mutter und Tochter stand Anna Köhler für Einkäufe und Botengänge zur Verfügung.

„Eigentlich wollte ich nie eine 1:1-Betreuung übernehmen, das war mir zuviel Verantwortung, aber inzwischen mache ich genau das“, fasst Anna Köhler ihr Engagement als Wunsch-Oma zusammen. Dabei macht sie einen zufriedenen Eindruck, denn schließlich ist Ehrenamt immer ein Geben und Nehmen und letztlich auch ein „Mitten im Leben“-Stehen, das ganz schön auf Trab hält.


*Name geändert


Magdalene Martensen

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