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Talentiert und Engagiert: Enzo Iacovozzi

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T&E Enzo Iacovozzi


Enzo Iacovozzi war es nie genug, sich nur um das eigene Fortkommen, die Berufsausbildung und den Aufbau einer Existenz in Deutschland und einer Familie zu kümmern – obwohl diese Aufgabe an sich schon groß genug gewesen wäre, wenn man sich seinen Werdegang anschaut. Stattdessen lag ihm immer daran, den Kontakt zu den Menschen in seinem Umfeld und auch zu seiner Heimat Italien zu pflegen und das fruchtbare Miteinander zu stärken. Er sagt, dass ihm gerade dieses vielfältige Engagement bei aller zusätzlicher Arbeit, die es ihm bereitete, Freude und Kraft für die Ausübung seines Berufes gegeben habe.

1943 in Italien in den Abruzzen geboren, kam Enzo im Alter von 21 Jahren nach Hildesheim. Hier lernte er deutsch, absolvierte erfolgreich eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker, machte danach den Abschluss zum staatlich geprüften Elektrotechniker und besuchte schließlich auch noch die Meisterschule für Radio- und Fernsehtechnik, um sich 1978 mit der Gründung eines eigenen Geschäfts, „TV-Enzo“, auf der Marienburger Höhe selbständig zu machen. Dieses Geschäft führte er 25 Jahre lang sehr erfolgreich.

Nicht minder erfolgreich aber war er fortan auch in seinem ehrenamtlichen Engagement. Er war Mitbegründer der Stadtteilzeitung „Auf der Höhe“ im Jahr 1978 und initiierte und organisierte in dieser Zeit zahlreiche Flohmärkte auf der Marienburger Höhe, deren Erlös in soziale Zwecke in den ansässigen Schulen, Kindergärten usw. floss.

Als 1991 die Deutsch Italienische Gesellschaft Hildesheim (DIGHi) gegründet wurde, wurde auch er eingeladen beizutreten und sich einzubringen. Bald übernahm er hier die Rolle des Vizepräsidenten, die er bis zum heutigen Tag inne hat. Das Ansinnen der Deutsch Italienischen Gesellschaft, den Deutschen die italienische Kultur näherzubringen, gelingt Enzo Iacovozzi auf vielfältige Weise. Er holte italienische Musiker und Künstler nach Hildesheim, organisierte Lesungen und Vorträge. Er initiierte Hilfsaktionen für die Erdbebenopfer in Assisi (1998), l'Aquila (2008), in den Abruzzen (2016) sowie nach der Überschwemmungskatastrophe in Pavia (2019). Zusammen mit der Walter Gropius Schule veranstaltete er Benefizessen zur Unterstützung der Anti-Mafia-Bewegung in Sizilien.

Natürlich war Enzo auch dabei, als im Jahr 2000 die Städtepartnerschaft Hildesheims mit Pavia in Norditalien aufgebaut wurde. Immer wieder organisiert er seither Besuche aus Italien in Hildesheim. So bereicherten Gäste aus Pavia schon mehrfach mit einem eigenen Stand das Fest im Magdalenengarten. Aber Enzo Iacovozzi holte nicht nur ein Stück Italien nach Hildesheim, sondern umgekehrt organisiert und begleitet er seit 2007 jährlich eine Exkursion des Ornithologischen Vereins Hildesheim in seine alte Heimat, die Abruzzen. Auf diese Weise lernt er seine Kinderstube auf neue Weise kennen und schätzen und schlägt schon wieder eine weitere Brücke zwischen den beiden Kulturen.

Im vergangenen Jahr 2020 wäre die Städtepartnerschaft Hildesheim-Pavia 20 Jahre alt geworden. Das sollte im Sommer natürlich gefeiert werden. Stattdessen schlägt die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 in der Lombardei mit voller Wucht zu. Pavia gehört zu den am stärksten betroffenen Städten in der Region. Anstelle eines Jubiläums organisiert Enzo Iacovozzi im April 2020 kurzerhand eine Spendensammelaktion zugunsten der Poliklinik in Pavia, damit diese die knappen aber dringend notwendigen Hilfsmittel wie Desinfektionsmittel, Schutzmasken, Schutzkleidung zur Versorgung der Covid-Patienten besorgen kann.

Die lange Liste des vielfältigen Engagements Enzos zum Wohle der Völkerverständigung ließe sich noch weiter fortführen. Dass sie derzeit nicht weiter anwächst, ist den Beschränkungen der Pandemie geschuldet. An Ideen und Energie fehlt es dem inzwischen 78-Jährigen keineswegs. Da kommt bestimmt noch was, sobald Veranstaltungen, Begegnungen und Reisen in größerem Umfang wieder möglich sind. Wir sind gespannt.


                                                                               Susanne Bräuer

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