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Soziales Kaufhaus für alle

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Soziales Kaufhaus Sarstedt 2


"Hier darf und soll jeder Mensch einkaufen, denn jeder Euro hilft, dass wir den Laden am Leben erhalten können für die, die darauf angewiesen sind", sagt Heinrich Albers aus dem Leitungsteam.

Das soziale Kaufhaus ist mehr als eine günstige Einkaufsmöglichkeit von Bekleidung, Haushaltswaren und Möbeln. Die Kolpingsfamile Sarstedt nennt sich bewusst „Familie" - „Wir wollen wie eine Familie unsere Gemeinschaft gestalten und leben, dazu gehört die gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme untereinander. Das dies so gelebt wird, bestätigen die 15 ehrenamtlichen Kräfte, die zum Teil als ein Euro-Jobber*innen über die Agentur für Arbeit angefangen haben und geblieben sind. Sie helfen nicht nur anderen, sondern finden auch innerhalb der Gruppe Unterstützung und Austausch.


Wie alles begann

2005 trat Hartz IV in Kraft und damit wurde die Kleiderbeihilfe für Sozialhilfeempfänger*innen und Arbeitslose in den Regelsatz aufgenommen. Das bedeutet für viele Bedürftige, der Monat ist zu lang und die „Rücklage“ schon weg. Aus dieser Erkenntnis von Heinrich Alpers, gekoppelt mit dem Umstand, dass die Stadt Sarstedt ihre Kleiderkammer auflöste, kam ihm die Idee einer neuen Kleiderkammer in Sarstedt. Darüber hinaus ergab sich in der Arbeitsgruppe Soziales die Anfrage einer Mitarbeiterin der Stadt, ob das nicht eine Aufgabe für die Kolpingfamilie wäre.

Eine Altkleidersammlung wurde sowieso schon durchgeführt, allerdings gingen die Sachen in die Sammelstelle nach Fulda.

Der Vorstand war von der Idee anfangs nur mäßig begeistert und so bedurfte es weiterer Umstände, die dazu beitrugen den Versuch zu starten:
Der Caritasverband löste seine Kleiderstube auf und hatte Kleiderständer übrig. Wie auch der Lionsclub war er für eine Spende bereit. Letztendlich stellte die Kreiswohnbaugesellschaft außerdem kostenlos einen Raum zur Verfügung, so hatte Sarstedt wieder eine Kleiderkammer, die einmal die Woche geöffnet hatte und von drei 1 Euro-Kräften und Ehrenamtlichen betrieben und von Anfang an gut besucht wurde.


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Soziales Kaufhaus Sarstedt 1

Bildunterschrift: Im Gespräch mit Rita Pohl und Heinrich Albers aus dem Leitungsteam.

Ziele

Mit dem Kleiderladen verfolgt das Kolpingwerk mehrere Ziele: Bedürftige Personen haben die Möglichkeit, sich zu geringen Kosten zu kleiden. Gute und brauchbare Kleidung wird wiederverwertet und landet nicht im Abfall und es werden Arbeitsgelegenheiten für Bedienstete angeboten.

2009 kam dann ein Mitarbeiter von Labora (gemeinnützige GmbH für Arbeit und berufliche Bildung) vorbei und erzählte von der Planung eines sozialen Kaufhauses, hier sollten neben Möbeln auch Kleidung angeboten werden. Statt in Konkurrenz gingen beide Initiativen solidarisch vor und planten ein Shop in Shop System.

2011 eröffnete dann das Soziale Kaufhaus. Labora macht das Möbelangebot und die Kolpingfamile den Bekleidungsverkauf.


Der Laden

An 5 Tagen die Woche hat der Laden jeweils für 8 Stunden geöffnet und ist mit 2-4 Verkäufer*innen besetzt.
In den Öffnungszeiten kann gut erhaltene und frisch gewaschene Kleidung abgegeben werden. Im Bedarfsfall wird auch Kleidung von Zuhause abgeholt.
Für die Käufer*innen besteht eine Umkleidemöglichkeit und die ehrenamtlichen Helfer*innen stehen für eine Beratung zur Verfügung.
Gern kann auch ein Kaffee getrunken werden und ein Schwätzchen am Tresen ist gerne gesehen. Manchmal ergeben sich so auch gute Tipps und Hilfestellungen, die nichts mit dem Verkauf zu tun haben.
Ein Wunsch für die Zukunft ist eine Sitzecke für den Laden, doch dazu hat sich bisher noch kein Platz gefunden.
Daneben werden Altenheime, Kindergärten und soziale Einrichtungen bei Bedarf mit Kleidung, Bettwäsche und Handtüchern versorgt.


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Soziales Kaufhaus Sarstedt 3


Das Sortieren der Bekleidung und die Entscheidung, was im Geschäft verbleibt und was nur noch für die Verwertung und damit für den Container nützlich ist, finden rein ehrenamtlich statt. Die Dekoration und der Verkauf werden von drei 1 Euro-Jobber*innen mit maximal 30 Stunden die Woche getragen, sowie von Menschen mit einem Mini-Jobvertrag und circa 15 Ehrenamtlichen.

Rita Pohl, die neben Heinrich Albers, Jürgen Peper und Birgit Bormann im Leitungsteam mitarbeitet, kümmert sich um die Einsatzplanung der Kräfte. Wenn jemand ausfällt, dann schickt sie die Nachricht in die whatsapp-Gruppe und es findet sich immer schnell ein Ersatz.

Heinrich Albers kümmert sich vor allem um die Verwaltungsarbeit (Abrechnung für 1 Euro- bzw. Mini-Jobber*innen – jede Mindestlohnerhöhung muss angepasst werden, die Überweisung der Ehrenamtspauschale (60 Euro im Monat) und die Gesamtfinanzen), berät im sozialen Bereich und gibt alle Informationen regelmäßig über Rundschreiben heraus.


Fortbildungen für die Ehrenamtlichen konnten im letzten Jahr genauso wenig stattfinden wie das große Essen für alle Beteiligten mit Partner*innen. Auch die Einnahmen sind durch die Corona-bedingte Schließung stark zurückgegangen. Hilfen kann das soziale Kaufhaus nicht erlangen. Von daher wäre es jetzt schön, wenn viele Menschen mal vorbei schauen - vielleicht werden sie ja fündig und finden etwas, was sie erfreut und womit sie Geld in die Kasse bringen. Auch wer sich ehrenamtlich betätigen möchte, ist herzlich zur Mithilfe eingeladen.


Das neuste Projekt, das der diakonische Arbeitskreis im Sozialen Kaufhaus realisiert, ist alle 14 Tage eine Lebensmittelausgabe für 1 Euro pro Tüte. Das Angebot ist noch wenig bekannt, bis jetzt wurden lediglich 30 Tüten pro Ausgabe abgeholt.


Heinrich Albers

Kontakt:

Soziales Kaufhaus / Holztorstraße 32 / Sarstedt 

Heinrich Albers / Carl-Orff-Weg 19 / 31157 Sarstedt
Telefon: 05066 7134
E-Mail: albers.koeme@web.de

Weitere Informationen unter:

www.kolping-sarstedt.de/kolping/kleiderladen/frame2.htm

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